Sollte man als Frau auf Koffein verzichten?

Female Performance-3

Immer wieder findet man auf Instagram Beiträge, dass Frauen möglichst auf Koffein bzw. Kaffee verzichten sollten. Gründe hierfür sind eventuelle hormonelle Probleme, Stresszustände oder die verminderte Verträglichkeit zum Ende des Menstruationszyklus hin. 

Grundsätzlich sollte eine Sache klar sein: Es kann von allem zu viel sein. Von Kaffee, aber genauso von Wasser. Wie immer zählt auch hier die allseits bekannte Phrase: Die Dosis macht das Gift. 

Vor- und Nachteile von Kaffee

Kaffee bringt auf der einen Seite viele Vorteile mit sich. Er ist reich an Antioxidantien, zählt zur Flüssigkeitsbilanz, erhöht die Wachsamkeit und kann die Ausdauerleistung erhöhen. Gerade vor dem Training ist Kaffee ein oft eingesetzter Booster. Solltest du Kaffee gewöhnt sein, so kannst du vor dem Training davon profitieren. Bist du allerdings nicht „kaffeeadaptiert“ und trinkst vor dem Training oder gar vor dem Wettkampf einen Kaffee, so kann das nach hinten losgehen. 

Zu den Nachteilen gehört unter anderem, dass Koffein den Schlaf beeinträchtigen kann. Die Koffeinverträglichkeit und die Schnelligkeit des Abbaus im Körper sind genetisch bedingt. Deshalb empfehle ich IMMER die Faustregel: 7 Stunden vor dem Schlafen gehen kein Koffein mehr aufzunehmen. 

Koffein ist auch dafür bekannt, dass er die Aufnahme von Mikronährstoffen beeinträchtigt. Hier sind die bekanntesten Vertreter Magnesium und Eisen. 

Verträglichkeit im weiblichen Zyklus

Kommen wir zur Verträglichkeit im Verlauf des weiblichen Zyklus. Zuerst möchte ich vorweg schicken: Die wissenschaftliche Lage hierzu ist dünn. Es gibt ein paar vereinzelte Ergebnisse aus den 1990er Jahren. Es scheint allerdings so zu sein, dass Koffein zum einen den Mensturationszyklus beeinträchtigen könnte und zum anderen, dass die Verträglichkeit mit fortschreitendem Zyklus immer weniger wird. 

Gegen Ende des Zyklus steigen die Hormone Östrogen und Progesteron an. Das dominierende Hormon mit den höchsten Leveln ist mit Abstand das Progesteron. Dieser Anstieg kann die Verträglichkeit des Koffeins herabsetzen. Mögliche Nebenwirkungen sind Herzrasen, leichtes Zittern, ein vernebeltes Gefühl. Solltest du diese Erfahrung gemacht haben, so kannst du von einer reduzierten Koffeinzufuhr in der späten Lutealphase profitieren. Sprich‘ in der Phase, die unmittelbar vor deiner nächsten Periode liegt und in der PMS auftreten kann. Verzichtest du in dieser Zeit auf Koffein, kann sich das zudem positiv auf PMS- und/oder Periodenbeschwerden auswirken. 

Stresst Kaffee die weibliche Physiologie?

Weiterhin scheint Kaffee bei manchen Frauen den Stresszustand zu erhöhen. Das hat damit zu tun, dass Koffein die Ausschüttung von Adrenalin in den Nebennieren triggert. Sollte also ein grundlegender Stresszustand bzw. ein erhöhtes Stresslevel zu Grunde liegen, das über längere Zeit anhält, so kann Kaffee kontraproduktiv wirken. Hier gilt es den Augenmerk gerade auf die Gesundheit der Nebennieren zu legen und diese nicht unnötig durch Koffein zu belasten. Zusätzlich wird Koffein, genauso wie Hormone und andere Stoffe, über die Leber abgebaut. Ein enormer Kaffeekonsum kann dazu beitragen, dass die Leber dauerhaft mit dem Abbau von Koffein beschäftigt ist, was auf lange Sicht zu einer Überlastung führen könnte.

 

Zusammengefasst gesagt: Kaffee ist grundlegend nichts Schlechtes. Er hat, wie jede andere Sache auch, seine Vor- und Nachteile. Die Liste der hier aufgeführten Vor- und Nachteile ist zudem nicht vollständig. Wer sich damit noch einmal genauer beschäftigen möchte, der kann hier gerne weiterlesen. Die Verträglichkeit im Menstruationszyklus kann schwanken, das wird aber individuell unterschiedlich sein. Bei Stresszuständen kann ein Koffeinverzicht durchaus sinnvoll sein, damit das zugrundeliegende Stresslevel nicht noch mehr erhöht und dadurch der Körper noch mehr belastet wird. 

Sollte ein hormonelles Problem bekannt, der Schlaf enorm beeinträchtigt sein oder andere Problematiken bspw. im Darm auftreten, so macht es durchaus Sinn, sich nach einer Alternative umzuschauen. Außerdem lohnt es sich, Kaffee als Genussmittel einzustufen und die tägliche Gesamtmenge gering zu halten. Kaffee sollte in erster Linie aufgrund des Geschmacks und nicht aufgrund der anregenden Wirkung (Ausnahme: Sport / Wettkampf) zugeführt werden. 

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp am Rande: Es ist deine Entscheidung, ob du Kaffee trinken möchtest oder nicht. Mein Tipp ist allerdings: Niemals Kaffee auf leeren Magen. Das kann sich nicht nur auf die Stresshormone sondern auch auf den Blutzuckerspiegel auswirken und dich dazu verleiten über den Tag mehr zu essen. Weitere Informationen zum Thema Blutzuckerspiegel findest du hier.

Bis zum nächsten Beitrag,

Sabrina 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich freue mich
von dir zu hören!

Womit kann ich weiterhelfen?
Deine Kontaktinformationen:
... und zuletzt noch deine Nachricht: